es tötet ... Arbeitsplätze.
Wie bei jeder industriellen "Revolution" ist die Moderne Schuld - nun eben also das Internet.
Erst bei der Musik- und Filmindustrie, wegen des ach so bösen Filesharings. Nicht etwa, weil die Musik aus der Konserve austauschbar ist und sich kaum noch zu kaufen lohnt. Nicht, weil die Kinokarten, DVDs und BluRays immer teurer wurden - Nein, weil der böse Endverbraucher das Internet als Tauschplattform entdeckte.
Nun geht es den Zeitungen an den Kragen:
und wieder ist es das gleiche. Klar, der Journalist ist teuer - und die Zeitung (Papier, Druck, Vertrieb) muss bezahlt werden.
Doch im Internet gibt es die News zum Teil wieder gratis - Nutzer schreiben in Gemeinschaften, Zeitungsableger bieten ihre Zeitung teilweise kostenfrei an.
Die Leserzahlen sinken:
(Quelle: IVW.eV.)
Bei Fachzeitschriften und Publikumsprintprodukte sieht es nicht anders aus - die Kurve geht nach unten.
Im Gegenzug steigt die Onlinenutzung:
Bild und andere reagieren darauf: Apps fürs Iphone - nicht kostenlos, aber preiswert und immer aktuell. Die ARD zieht nun nach und das Verlagshaus Springer ist sauer: Die Tagesschau bietet ein ähnliche Programm als Werbemittel an, kostenfrei. Wird ja sowieso von unseren GEZgebühren bezahlt. Wie einfach ist doch die Welt?
Doch, könnte die Verlagsbranche dagegen ankämpfen, noch ist deren Zug nicht abgefahren.
Denn, ich kenne keinen der auf dem Arbeitsweg den Laptop aufschlägt, aber viele die die BILD und ähnliche Zeitungen in der Bahn, im Bus aus ihrer Tasche ziehen.
Nicht nur hier liegt ein Vorteil der Printmedien - auch sind sie einfacher zu finden, als eine reine "Netzzeitung".
Zusätzlich könnten sich Zeitungen und Zeitschriften an dem Bedarf der Leser orientieren -
kleinere, regionale oder interessensorientierte Medien profitieren vom schwächeln der "Großen".
Auch sollten sich die allgemeinen Blätter überlegen, ob nicht eine Preiskorrektur - im Verkauf- und Werbepreis, den Trend aufhalten könnte. Schließlich dreht jeder Deutsche den Cent derzeit 2mal um - und überlegt sich, ob 5 Minuten lesen, den Euro wert ist. Bei Produkten, die ihm Wissen vermitteln - die ihn ansprechen und die ihm sympatisch sind, gibt er auch gern etwas mehr aus. Nicht "Geiz ist Geil" - sondern "Wer liefert mir was" - Denken bürgert sich ein. Und das könnte die Verlage wieder heilen. Da sind iPhone-Apps und Onlineabos nur noch ein Nebenerwerb - ein notwendiger, aber nicht mehr die Einnahmequelle schlechthin.
Und - nur vielleicht ... vielleicht finden sich so auch wieder "Gute Nachrichten" in den Zeitungen - mit weniger Eigenreklame und besserer journalistischer Leistung. Denn dann könnten die regionalen Büros weiter existieren, denn vor Ort lässt sich besser recherchieren, als von Berlin aus in Köln oder Hamburg. Nur so, mit Qualität, Regionalität und dem berühmten Ohr am Leser, können groß und klein "über"leben.
Denn dann nutzt der Leser, das Onlineangebot nur noch zur "dreingabe" um sich aktuell informiert zu fühlen. Schließlich lebt das UKW-Radio, das Fernsehen und der Brief auch noch - obwohl sie mehrfach tot gesagt wurden. Denn tot gesagt leben länger!
Und nun, nun nehme ich mein Wochenblatt und lese OFFLINE ;)