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MeinungsBlog

Montag, 12. Juli 2010

Religion im Knast

Heute beginnen wir mit einem Zitat:
Rund 90 Prozent der Häftlinge, die zur Zeit in Berliner Haftanstalten einsitzen, sind Muslime. 
Das schreibt nicht etwa eine "rechte" oder migrationsintolerante Vereinigung. Nein, das Zitat ist von der islamischen Religionsgemeinschaft, genauer aus der Pressemitteilung vom 07.02.2010. Eine Pressemitteilung, die derzeit wieder an Prominenz gewinnt, da viele neue Straftäter, die den Weg in Richtung Gefängnis einschlagen, eben jener Religion und deren Arten angehören.
Nun könnte man denken, dass die Körperschaft öffentlichen Rechts, dafür Sorge tragen wollte, dass eben jener Gang in den Knast nicht mehr, oder zahlenmässig geringer, angegangen wird. Doch weit gefehlt:

werbung:

Die islamische Religionsgemeinschaft mit Sitz in Berlin beschwert sich eher darüber, dass es katholische und evangelische Seelsorger gibt, aber keinen islamkonformen:
Zur Zeit kümmern sich die christlichen Angestellten auch um die muslimischen Häftlinge - doch Zeitmangel und kulturelle Schranken verhindern, dass diese Hilfe wirklich ankommt.
Die Islamische Religionsgemeinschaft will das ändern.
Zusammen mit anderen muslimischen Organisationen will sie der Berliner Justizsenatorin Vorschläge zur Verbesserung der Situation unterbreiten. Unter Berufung auf das Gleichstellungsprinzip fordert Abdurrahim Vural: "In der JVA Moabit sind von 08:00 bis 17:00 Uhr christliche Geistliche für die Insassen da. Wir werden uns dafür engagieren, dass auch muslimische Geistliche bereit gestellt werden." 
Andererseits sind es gerade muslimische Politiker bzw. Politiker mit muslimischen bzw. Migranten -Hintergrund, die die strikte Trennung von Kirche und Staat einfordern. Eine Sache, die die BRD Gesetze vorschreiben und einem weltlichen Staat gut tut. Doch, wenn es um ihre Ansprüche geht, kann ruhig der Bürger für ihre Religion aufkommen.

Vielleicht, aber nur vielleicht, wäre es besser, wenn der oben genannte Verband dafür Sorge trägt, dass es aus dem Bereich der Menschen mit muslimischen Glauben innerhalb der Staatsgrenzen der BRD keine Haftgründe mehr gibt, also keine Verbrechen mehr ausgeführt werden.
Schließlich heißt es doch so schön im Schlußabsatz:
Die Islamische Religionsgemeinschaft mit Sitz in Berlin ist satzungsgemäß bestrebt, die Toleranz zwischen den Weltreligionen und den dahinter stehenden in Berlin lebenden Bürgern verschiedener Nationalitäten herzustellen. Sie möchte damit einen Beitrag zu einer besseren, friedlicheren und toleranten Welt leisten. Daher vertritt die Religionsgemeinschaft zwar selbstbewusst die islamischen Lehren, lehnt jedoch ausdrücklich jegliche Form fundamentalistischer Strömungen oder gar Aufrufe zur Gewalt gegen Andersdenkende ab.
Na dann - sorgt für eine bessere, friedlichere und tolerante Welt, einschließlich der BRD und damit Berlin.

Kommentare:

  1. Und was genau ist Dein Anliegen? Keine Seelsorge für Gefangene, egal welchen Glaubens? Oder sollen nur Muslime von der Seelsorge ausgenommen werden... Ich verstehe Deine Intention und Deine Aussage einfach nicht...

    Der Erdrandbewohner

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  2. Weder noch, @Erdrandbewohner. Ich würde mich nur freuen, wenn die genannte Institution dafür Sorge tragen würde, das es weniger Verbrecher (gleich welcher Religion) gibt - also ihren letzten Abschnitt der zitierten Pressemitteilung selbst zelebriert. Ist das zuviel verlangt?
    Statt dessen, stellt sie Forderungen auf - keine Bitte, ein kleiner aber feiner Unterschied.
    Ich weiss, dass es auch in Berlin konfessionsfreie Seelsorger gibt und ebenso sogenannte Jugend- und Haftbetreuer, welche den muslimischen Glauben zumindest kennen.
    Allerdings keine Seelsorger, welche, zumindest zum Teil, u.a. von den Kirchen bzw. deren Organisatoren über die Kirchensteuer getragen werden.
    Auch sehe ich einen Widerspruch: Zum einen fordert "man" in der Regierung die strikte Trennung, dann kommt eine Körperschaft öffentlichen Rechts daher und fordert diese Trennung aufzuheben. Meine Frage, was will man denn nun eigentlich?
    Vielleicht verstehst du so besser meine Aussage ;)

    Beste Grüße

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  3. Ok, jetzt ist es klarer. :) Allerdings ist es leider tatsächlich so, daß Religionen ungleich behandelt werden. Die christlichen Religionen genießen Privilegien, die anderen nicht-christlichen Religionen nicht zugestanden werden.

    Im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes und der Trennung zwischen Staat und Kirche (die ja so leider noch nicht existiert) müssen die Privilegien abgeschafft und eine staatliche Neutralität hergestellt werden.

    Was die (religiöse) Seelsorge betrifft, so sollte sichergestellt sein, daß Geistliche aller Religionen diese Arbeit auch in Gefängnissen leisten können - allerdings nicht staatlich finanziert.

    In meiner Nachbarschaft wohnen Muslime, deren Großeltern einst nach Deutschland kamen. Sie haben keinen Bezug mehr zu den Herkunftsländern ihrer Großeltern, sprechen die Sprache nicht mehr und fühlen sich als Deutsche. Ihr Verhältnis zu ihrer Religion ist unverkrampft, es gibt für sie keinen Konflikt zwischen ihrer Religion und den westlichen Werten (was das auch immer im speziellen sein mag). Und genau diese Unverkrampftheit ihrem Glauben gegenüber würden sie sich von der Gesellschaft wünschen, als dessen Teil sie sich betachten.

    Gruß
    Der Erdrandbewohner

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