Kronprinz Fritz - seine schwere Jugend formte ihn, lies ihn für Dinge begeistern, an die sein Vater wenig oder kein Interesse hatte. So berichtet selbst das sonst so zurückhaltende Hamburger Abendblatt:
Es gibt keine andere europäische Dynastie, in der die charakterlichen Gegensätze der Generationen so fulminant ausgeprägt sind. Friedrichs Urgroßvater Friedrich Wilhelm (regierte 1640 bis 1688), den sie später den Großen Kurfürsten nannten, war überzeugt, dass sein Vater Georg Wilhelm (1619-1640) ihn umbringen wollte, und weigerte sich, aus den Niederlanden nach Hause zurückzukehren. Seinen eigenen Sohn Friedrich (1688-1713) verachtete er als Versager. Der wiederum unterstellte auch seinem Vater Mordpläne und flüchtete vom Hofe. Selbst an der Macht, wollte Friedrich es besser machen. Er verhinderte in der Tat (durch große Nachsicht) den offenen Bruch mit seinem Spross Friedrich Wilhelm (1713 bis 1740). Bei tiefer Abneigung aber bleibt es: Der Sohn ist angewidert von Verschwendung und Vetternwirtschaft am Hofe des Vaters.Man darf nicht vergessen: Preußen ist am Rande der Existenznot angelangt, als der kleine, später der große Fritz, 1712 das Leben annimmt.


