Doch wie sieht man dies in Südtirol selbst?
||Was in Südtirol kein Huhn von der Stange fallen lässt, weil es in einer Zeile zusammengefasst das Programm der Mehrheitspartei SVP ist, führt in Deutschland zu einem wahren Kulturkampf. Heimat, das ist in Deutschland seit den Nazis ein überaus belasteter Begriff, nur die folkloristische Variante davon ist halbwegs konsensfähig. || schreibt die Tageszeitung und weiter heisst es:
||Die Südtiroler dürfen, was die Deutschen nur bei der Fussball-WM dürfen: Ihrer Heimat ein Lied singen.
Die antifaschistische Fraktion sieht in der Brixner Band so etwas wie ein neues Reichspropagandaministerium heraufdämmern, das sich zwar von Rassismus und Faschismus distanziert und volle Konzerthallen laut „Nazis Raus“ rufen lässt und dennoch völkischen Nationalismus verbreite. Wie das zugehen soll, ist ein Geheimnis des deutschen Feuilletons, das immer schon besser als alle anderen wusste, wie Vergangenheitsbewältigung auszuschauen hat.||
