Die Frage wäre eigentlich leicht zu beantworten. "Eigentlich" kann man arbeiten gehen, aber - seien wir ehrlich, ehrlich verrichtete Arbeit lohnt sich kaum. Da kann man auch betteln gehen, das Einkommen ist dann wenigstens steuerfrei. Oder man geht zu den vielen Castingshows und hofft ... Oder man geht zum Anwalt.
Anwalt?
Ja - zum Anwalt. Doch davor ist ein wenig Arbeit nötig.
Beispiel gefällig?
Man fotografiere eine Landschaft, eine Person oder ähnliches. Stelle dieses bei Wikimedia oder anderen Diensten ein, versehe das mit einer CC Lizenz mit Auflagen - und wartet ab. Irgendwer wird dieses Bild schon einbinden. Auch mit Quellenangabe und Verlinkung. Dennoch, irgendetwas wird der Nutzer schon vergessen. Fotografenname, Bildname oder was auch immer ... Und dann braucht man nur noch einen Anwalt, der bei dieser Art der Abzocke mitmacht. Schon fordert man 3000 oder 5000 Euro.
Ist doch ein gutes Nebeneinkommen, oder? Zwar bekommt der Anwalt auch noch was ab - aber das bezahlt ja eh der Ex-Nutzer, der die Abmahnung zugestellt bekommen hat.
Wer nun denkt,
so etwas machen nur Kapitalisten und unsoziale Menschen. Oder gar nur Leute, die ... Nein, mitnichten. Auch Mitglieder(innen) der
Piratenpartei - welche für neuen Urheberschutz, Transparenz und freies Internet
steht stehen sollte - haben diese "wie ich schnell Kohle mache" Lücke für sich entdeckt.
Man stelle einen Text ins weltumspannende Netz, nenne dieses zum Beispiel Petition (oder andere hochtrabenden und wohlklingende Wörter werden genutzt) und stelle dieses unter CC Lizenz. Dann freut man / frau sich über die Vernetzung und das darauffolgende drehen des Besucheranzeigers (Counter). Vielleicht wirds ja so mit dem Ruhm? Wenn eben jener Besucherzähler genug gerollt ist - dann verschickt man an die Leute, die dazu beigetragen haben, dass die Seite bekannt wird, .... na was? ... klar, eine Abmahnung. Das freut die Justiz - die haben eh (zu) wenig in der Bundesrepublik zu tun - und den Urheber (bzw. die Urheberin) und ihre Brieftasche.
Ja, liebe Leser,
so macht man Geld in Zeiten des Web2.0 und im Informationszeitalter. Solange wie ohne vorherigen Kontakt in Deutschland solche Wege möglich sind, bleibt es auch so. Und da selbst Piraten mitmachen, dürfte sich so zeigen, was man derzeit von der Partei (denn sie lebt von ihren Mitgliedern) zu halten ist.
Wer denkt, das ist ein kleiner ironischer Text, der sieht sich getäuscht. Das erste Beispiel durfte der Inhaber des Blogs so oder so ähnlich erleben, das zweite ist
hier zu erlesen.